Ehemalige Kaserne erwächst zum Wohngebiet mit Hilfe von PE-Rohren und Formstücken

Mit der Erschließung des Gebietes „Landwehrviertel“ wird auf dem ehemaligen Kasernengelände an der Landwehrstraße in Osnabrück ein attraktives Wohn- und Lebensquartier mit mehr als 800 Wohneinheiten geschaffen. Mit Start der Erschließungsarbeiten erfolgt zunächst der Bau neuer Ver- und Entsorgungssysteme. So wird die gesamte Abwasser- und Niederschlagswasserbeseitigung im Trennsystem errichtet.

Insbesondere für die Abwasserableitung setzt die ESOS – Energieservice Osnabrück GmbH als Erschließungsträgerin und hundertprozentige Tochter der Stadtwerke Osnabrück AG auf ein verschweißtes Leitungsnetz aus PE-HD, um die dauerhafte Dichtheit und Langlebigkeit dieser wichtigen unterirdischen Infrastrukturanlagen sicher zu stellen. Der vergleichsweise größere Niederschlagswasserkanal wird als Stecksystem mit Betonrohren hergestellt. Insgesamt ca. 37 ha groß ist das Bebauungsgebiet an der Schnittstelle zwischen Atter und Eversburg. Bevor es an die Errichtung der Wohngebäude geht, müssen jedoch einige Kilometer Baustraße, Schmutz- und Regenwasserkanäle, Strom- und Telekommunikationskabel, Versorgungsleitungen sowie hunderte Hausanschlüsse für die Ver- und Entsorgung der Wohngebäude sowie ein Regenrückhaltebecken gebaut werden. Die Ausführung der Tiefbau- und Kanalarbeiten wird durch die Arbeitsgemeinschaft der Hermann Dallmann Straßen und Tiefbau GmbH & Co. KG sowie der Dieckmann Bauen und Umwelt GmbH & Co. KG vorgenommen.

Bereits übernächstes Jahr, Anfang 2019, soll die Ersterschließung (Kanal, Versorgung, Baustraße) in Zusammenarbeit mit der SWO Netz GmbH (für die Versorgung) komplett abgeschlossen sein. Damit bei dieser Größenordnung und mit Blick auf das vorgegebene Zeitfenster ein reibungsloser Bauablauf der einzelnen Bauabschnitte gewährleistet ist, kommt insbesondere der schnellen und sicheren Verlegung der unterirdischen Abwasserinfrastruktur eine hohe Bedeutung zu.

Gute Materiallogistik dank starker Partner

„Neben der professionellen Zusammenarbeit der Arbeitsgemeinschaft Dallmann/Dieckmann ist es uns besonders wichtig, starke Partner auf Seiten des Tiefbaufachhandels und der Industrie an unserer Seite zu wissen, mit denen eine reibungslose Materiallogistik während des gesamten Bauprojektes sichergestellt ist“, erläutert Reinhard Beckmann, Leiter Einkauf, Dieckmann Bauen und Umwelt GmbH & Co. KG. So wurde als Lieferant für die Betonschächte, Kanalrohre und Formstücke die Schaper Baustoffe GmbH & Co. KG aus Osnabrück beauftragt.

Bild 1: Betonschachtunterteile DN 800 mit integrierten PLASSON LightFit Betonschachtadapter für vollverschweißte Anbindung der Schmutzwasserkanäle

Den Auftrag zur Fertigung der ca. fünfhundert Entwässerungsschächte in den Dimensionen DN 1000 und DN 800 sowie der jeweiligen Betonrohre in den Dimensionen DN 200 bis DN 1000 für die neuen Regenwasserkanäle erhielt die Betonwerk Bieren GmbH. Bei den neu zu verlegenden Schmutzwasserrohren kam u.a. das SL Kanalrohr aus PE-HD der egeplast international GmbH zum Einsatz. Insgesamt wurden 4.650 m PE-Rohre für den Hauptkanal in den Dimensionen 225 mm, 280 mm und 355 mm sowie 2.400 m PE-Rohre für die Anschlusskanäle in der Dimension 160 mm verschweißt. Als Formteilhersteller für die zu erstellenden Rohrverbindungen wie z.B. Elektroschweißmuffen, Abwassersättel, Schachtanschlüsse, Winkel und Bögen wurde die PLASSON GmbH beauftragt. Zum Einsatz kommt dabei das PLASSON LightFit Abwassersystem. Die Bandbreite der Elektroschweißformteile umfasst ca. 500 Betonschachtanschluss-Systeme d 160 bis d 355 zur vollverschweißten Anbindung der PE-Schmutzwasserkanäle an die Betonschachtfertigteilschächte, über 400 aufschweißbare Anschluss-Sättel mit 0-12 Grad abwinkelbarer Anschlussmuffe zur flexiblen Anbindung der Grundstücksanschlussleitungen, mehrere hundert Elektroschweißmuffen der Dimensionen d 160 bis d 355 zur Herstellung der Rohrverbindungen sowie Winkel und Bögen in unterschiedlichen Gradzahlen.

Schneller Baufortschritt, gute Verarbeitung

Die Boden- und Platzverhältnisse im Erschließungsgebiet ließen es zu, die Kanalgräben über große Längen zu errichten und die Standsicherheit der jeweiligen Gräben durch Abböschung sicher zu stellen. Durch die Verwendung von 6 m Rohrstangen bei den PE-HD Rohren und der Ausführung der Rohrverbindungen mit Elektroschweißmuffen auf Basis der Heizwendelschweißtechnik konnte insgesamt eine sehr hohe Tagesmeterleistung an hergestellter Schmutzwasserkanäle erreicht werden. Eindrucksvoll war die Trassierung der biegeweichen Kunststoffrohre innerhalb der vom Auftraggeber vorgegebenen Grenzwerte.

Bild 2: Verlegung der 6 m PE-HD Kanalrohre durch die ARGE der Firmen Dallmann/Dieckmann

So mussten die biegeweichen PE-Rohre streckenweise exakt mit einem Gefälle von 0,5 Promille verlegt werden. „Die Gefällevorgaben sind für die Verlegung nicht nur biegeweicher Rohre sehr anspruchsvoll. Durch einen technischen Kniff, durch die Verwendung einer Stahltraverse, welche wir außerhalb der Baugrube jeweils mit einem 6 m Kunststoffrohr über Spanngurte verbinden, konnten wir die Planungsvorgaben exakt einhalten“, erklärt Polier Franz Schneider, Dieckmann Bauen und Umwelt GmbH & Co. KG., „das PE-Rohr einschließlich Stahltraverse wird auf die Bettungsschicht gesetzt und entsprechend der Planvorgaben nach Richtung und Höhenlage ausgerichtet.

Erst nach erfolgter Verdichtung des Zwickelbereiches lösen und entfernen wir die Stahltraverse, damit die Rohre in der geforderter Lage liegen bleiben.“ Erste Ergebnisse aus den TV-Abnahmeuntersuchungen belegen die Einhaltung der Vorgaben.

Kritische Rohrverbindungen werden verschweißt

Parallel zur Verlegung der PE-HD Schmutzwasserhauptrohre werden abschnittsweise auch die Grundstücksanschlussleitungen und die Beton-Übergabeschächte auf den Grundstücken errichtet. Die Grundstücksanschlussleitungen werden dabei, ausgehend vom Hauptkanal bis hin zum Grundstücksübergabeschacht, ebenfalls als verschweißtes Rohrsystem ausgeführt. Hierzu werden Elektroschweißsättel aus dem LightFit Abwasserprogramm auf den Hauptkanal aufgeschweißt und die seitlichen PE-Grundstücksanschlussleitungen d 160 mit der im Abgang des Elektroschweißsattels integrierten Elektroschweißmuffe verbunden. „Für die Herstellung dieser wichtigen Schnittstelle zwischen Hauptkanal und seitlicher Anschlussleitung erweist sich die Kombination aus LightFit Abwassersattel mit flexibler Anschlussmuffe 0-12 Grad und LightFit Anbohr- und Spannwerkzeug als wirklicher Problemlöser“, so Rainer Kracke, Technischer Vertrieb, PLASSON GmbH. „Mit unserer technisch durchdachten aber einfachen Anbohr- und Spanntechnik lassen sich die Sättel mit wenigen Handgriffen und in wenigen Minuten homogen mit dem PE-Hauptkanal verschweißen und die flexible Anschlussmuffe im Abgang des Sattels ermöglicht dabei eine stufenlose Ausrichtung der Grundstücksanschlussleitung in einem Bereich von 0 bis 12 Grad.“ Technische Details, die für spürbare Arbeitserleichterung auf der Baustelle sorgen.

 

Hierzu zählt z.B. auch das breite Anwendungsspektrum des Montagewerkzeugs. Alle LightFit Anschlusssättel mit Abgang d 160/DN 150 werden mit nur einem Montagewerkzeug verarbeitet. Zudem sind die Anschlusssättel immer für mehrere Rohrdimensionen ausgelegt – die stufenlose Verarbeitung ist damit für Hauptrohre von d 200 bis d 710 möglich. Entsprechende Anerkennung fand die Hausanschlusslösung auch bei den ausführenden Unternehmen: „Durch die Verwendung des PLASSON Flexsattels können wir auf den Einsatz weiterer Formteile und damit Schweißverbindungen häufig verzichten, schneller verlegen und dadurch noch wirtschaftlicher arbeiten“, resümiert Polier Alexander Glesmann, Dallmann Straßen und Tiefbau GmbH & Co. KG., „wir sind mit der einfachen und sicheren Handhabbarkeit des LightFit Montagewerkzeugs sehr zufrieden und nicht zuletzt unterstützt die Flexibilität bei der Anschlussausrichtung eine spannungsfreie Schweißung der Rohrverbindung.“

Bild 3: Vollverschweißt bis zur Grundstücksgrenze: Die Grundstücksanschlussleitungen wurden mit dem PLASSON Betonschachtadapter und dem
LightFit Anschlusssattel mit flexibler Anschlussmuffe 0-12 Grad verschweißt.

Vom Schmutzwasserhauptkanal aus werden die Grundstücksanschlussleitungen bis hin zu den auf den späteren Grundstücken angeordneten Beton-Übergabeschächten homogen verschweißt. Dies macht es erforderlich, auch für die Schnittstelle PE-Rohr zu Beton-Übergabeschacht eine geeignete Lösung zu finden, um eine höchstmögliche Lebensdauer und Dichtheit der Verbindung zu gewährleisten. Als technische Lösung wurde das LightFit Schachtanschluss-System ausgewählt, welches aus einem Betonschachtadapter und einer Elektroschweißmuffe besteht. Der Betonschachtadapter wird dabei im Betonwerk Bieren in die Betonschachtunterteile fachgerecht integriert und anschließend mit den Schachtkörpern auf die Baustelle geliefert. Die Anbindung der PE-Grundstücksanschlussleitung an den PE-Schachtadapter erfolgt sodann über die dazugehörige Elektroschweißmuffe womit im Ergebnis eine vollverschweißte Verbindung dieser sensiblen Schnittstelle erzielt wird. Das LightFit Schachtanschluss-System gewährleistet dabei eine Abwinkelbarkeit von bis zu 62 mm/m bzw. 3,6° Grad bei gleichzeitiger Wurzel- und Wasserdichtheit.

Mit der Fertigstellung der Tiefbau- und Kanalarbeiten können sich die zukünftigen Bewohner des Landwehrviertels darauf verlassen, dass auch das unterirdische Schmutz- und Regenwassernetz auf technisch aktuellstem Stand ist.