Mensch, Produkt, Service: ist auch in dieser Reihenfolge unsere Unternehmensphilosophie. Ihre Zufriedenheit macht unseren Erfolg aus. Deshalb sehen wir uns als serviceorientiertes Unter-

nehmen, das Ihnen nebst Produkten gern mit Rat und Tat zur Seite steht.

 

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4. Weseler Wasser Wissen

Bereits zum 4. Mal feierte die Fachtagung „Weseler Wasser Wissen“ am 26.01.2017 im Welcome Hotel ihren Erfolg. Die im Jahr 2011 von der PLASSON GmbH, Stadtwerken Wesel GmbH sowie m. hübers gmbh ins Leben gerufene Veranstaltung begeisterte die ca. 100 aus ganz Deutschland angereisten Teilnehmer mit hochaktuellen und brisanten Inhalten zum Thema Wasserversorgung. Die Tagung stellte inhaltlich die Rechte und Pflichten der Wasserversorgungsunternehmen hinsichtlich der Sicherstellung von sauberem und einwandfreiem Trinkwasser für die Bevölkerung in den Mittelpunkt. Sie befasste sich auch mit Rahmenbedingungen, die zur gerechten Messung und Berechnung des Wasserverbrauchs bei Privathaushalten sowie Gewerben beitragen und stellte die daraus ableitbaren Handlungsmaßnahmen für Wasserversorgungsunternehmen in den Vordergrund.

Prof. Dr. Mark Oelmann von der Hochschule Ruhr West Mülheim konkretisierte die seit Jahren in Deutschland geführte Diskussion zur Einführung von neuen Wassertarifmodellen. Während bisher als Bemessungsgrundlage für den Grundpreis die Zählergröße herangezogen wurde, unabhängig von der Gebäudegröße, ist bei den neuen Preismodellen die Anzahl an Wohneinheiten für den Systempreis verantwortlich. Prof. Dr. Oelmann konnte in seinen Ausführungen beweisen, dass mit der Umstellung der Preismodelle die Kostenstruktur positive Auswirkungen auf den einzelnen Verbraucher hat, da mit der Zunahme der Wohneinheiten in einem Gebäude die Wasserverbrauchsgebühren je Wohneinheit abnehmen.

Praxisorientiert wurden die Inhalte und Ergebnisse der Untersuchungsreihe der Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH Mühlheim (RWW) von Dipl.-Ing. Henning Wagner von den Stadtwerken Wesel demonstriert, wie seit 2013 der Austausch von Wasserzählern im gesamten Gebiet der Versorger aus Mülheim zur effizienteren Messung des Wasserverbrauchs geführt hat. Im Rahmen von mehrjährigen Untersuchungen sind Mehrstrahlflügelradzähler durch Ringkolbenzähler ersetzt worden, die eine deutlich präzisere Messung vornehmen. Die RWW hat herausgearbeitet, dass die bisher eingesetzten Wasserzähler zu erhöhten Messfehlern neigen und weniger messen als tatsächlich verbraucht wurde. Folglich wurden in diesem Versorgungsgebiet mittlerweile 80.000 Wasserzähler ausgetauscht. Aus den Ergebnissen der erfolgreich durchgeführten Untersuchungsreihe hat die RWW ein weiteres Projekt zur Auswahl und Überwachung von Großwasserzählern im Zählerpark der RWW verwirklicht, um auch hierbei die Dimensionierung und Auswahl von Großwasserzählern zu verbessern und vor allem präzisere Messungen realisieren zu können.

Über den professionellen Umgang mit außerordentlichen Störungsfällen in der Wasserversorgungswirtschaft, z.B. großflächige Trinkwasserverunreinigungen oder Brände in Gebäuden, referierte M.Sc. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Stephan Hohmeier vom Kompetenzzentrum Kritische Infrastrukturen GmbH (KKI) aus Berlin. Aus Sicht von Trinkwasserversorgern zeigte er auf, welche Gefahren und Störungsfaktoren die Versorgung von Wasser und Abwasser beschränken können und welche geeignete Prävention herangezogen werden kann. Ein im Vorfeld erarbeitetes systematisches Störungs-, Notfall- und Krisenmanagement, fördert die Herbeiführung von schnellen und erforderlichen Maßnahmen für die reibungslose und strukturierte Behebung von Störungsfällen.

Auch juristische Gesichtspunkte standen im Fokus der Veranstaltung. Zum einen wurden von Dr. Sandra Sutti (Studio Legale Sutti – Rechtsanwälte aus Berlin) die Inhalte der Verordnung über die allgemeinen Bedingungen für die Wasserversorgung (AVBWasserV) näher beleuchtet. Hierbei wurden die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Akteuren, vom Eigentümer der Wasseranlage bis hin zum Gesundheitsamt veranschaulicht sowie deren Leistungs- und Untersuchungspflichten, Aufgaben und Verantwortungsbereiche thematisiert. Des Weiteren stand auch die Kernproblematik im Zusammenhang mit Haftungsfragen bei Trinkwasserinstallationen im Raum und wurde intensiv diskutiert.

Am Beispiel der Trinkwasserdesinfektion wurden von Dr. Dirk P. Dygutsch vom der figawa aus Köln die Biozide und die damit im Zusammenhang stehenden Aspekte der Biozidverordnung sowie deren gesetzlichen Anpassungen in den letzten Jahren anschaulich präzisiert. Eine Thematik, die von höchster Aktualität geprägt ist, da sie u.a. einen großen Einfluss auf die Sauberkeit unseres Trinkwassers hat. In den Ausführungen wurde verdeutlicht, dass die im Biozid enthaltenen Wirkstoffe einem zweistufigen und EU-weiten Genehmigungsverfahren unterliegen, bevor das eigentliche Biozidprodukt zugelassen werden kann. Bislang gibt es jedoch deutschlandweit noch keine Wirkstoffgenehmigungen, prognostiziert wird hierbei das Jahr 2018. Bei der Trinkwasserdesinfektion gelten zurzeit für alle eingesetzten Stoffe noch Übergangsregelungen. Wesentlich hierbei ist, dass spezifische Bedingungen aus der Trinkwasserverordnung die Biozidverordnungen beschränken dürfen.